Filmerstellung im Fokus

Die Zeiten haben sich geändert. Auch in der Erstellung von Filmen zu Werbezwecken, Trailern, Projektvorstellungen. Die digitale Filmtechnik eröffnet vollkommen neue Dimensionen. Bisher verschlossene visuelle Tore für die vertriebsunterstützende Aufbereitung von Planunterlagen, für die aufwendige Visualisierung von Architektur, für Bauschild, Internet oder Exposé. Mit neuer Filmtechnik, neuer Aufnahmetechnik ist es möglich, fotorealistische Darstellungen aus vorteilhaften Blickwinkeln mit erstaunlichen Bewegungs- und Zoomeffekten zu erstellen, bei Architekturprojekten ist eine farbverbindliche Wiedergabe der Baustoffe möglich. Licht und Schatten in natürlichem Umfeld erfahren völlig neue Bedeutungsebenen. Es ist beispielsweise möglich, den Lichtverlauf in Räumlichkeiten den Tag über zu animieren, Lichteffekte, wie sie mit Kunstlicht entstehen können in ihrer Auswirkung dargestellt werden. Die Licht- und Schattenwirkung auf Fassaden, Innenräume und Gebäude, die mit modernsten Verfahren berechnet und in Form von individuellen Animationen wiedergegeben wird, gibt dem Promotionvideo eine völlig neue, faszinierende Ebene. Es ist ohne Probleme umsetzbar, digitale Daten in eine Lageplanillustration zu rastern, eine maßstäbliche Darstellung des Baubereichs in einem städtebaulichen Umfeld entsteht. Gartenanlagen können aus einer ganzen Bibliothek von verschiedensten Bepflanzungskonzepten, Stilen und Abbildungen einzelner Pflanzen entworfen werden. Mit einer Grundrisskolorierung ist es, optisch sehr ansprechend, möglich, die Raumnutzung zu verdeutlichen. Grundrisse können nach dem Geschmack des Filmemachers beziehungsweise des Kunden eher nüchtern oder aber auch detailgetreu gestaltet werden, die Farbtextur der Möbel oder der Accessoires die gezeigt werden sollen, sind frei wählbar. In der modernen Filmtechnik ist es möglich, jedes einzelne Pixel eines Filmes, eines Bildes, einer Animation, eines Trailers zu verändern. Die interaktive 360 Grad-Panoramadarstellung visualisiert Innenräume, Gebäudefassaden, das Baugebiet und die Umgebung äußerst vorteilhaft. Mittels einer enorm hohen Auflösung des Filmmaterials ist ein sehr ansprechender Zoomeffekt auf die Fragmente des Gebäudes, der Inneneinrichtung möglich.

Animation und Chromakeying

Die digitale Filmtechnik eröffnet im Bereich der Animationen tatsächlich eine vierte, eine fünfte Dimension. Alles ist möglich. Komplexe räumliche Zusammenhänge sind mit Effektkamerafahrten hervorragend zu veranschaulichen. Ein Präsentationsfilm mit interessanten Einblicken, im Verein mit Standbildern, Textkomponenten und Soundcollagen entsteht. Realbildüberblendungen geben einen Eindruck des Gesamtgefüges im Bild, ist das Projekt abgeschlossen. Eine besonders interessante Möglichkeit im Zusammenhang mit Lückenbebauungen oder städtebaulichen Maßnahmen. In Animationsfilmen, jedoch mittlerweile ebenso zur Produktion von Nachrichtensendungen, als probates Mittel überhaupt in der Filmproduktion unserer Tage wird das sogenannte „Chromakeying-Verfahren“ genutzt. Mit der farbbasierten Bildfreistellung, wie das Chromakeying sich auch nennt, ist es möglich, vor einen beliebigen Hintergrund Gegenstände oder Personen – auch einen „zweiten Film“ – zu setzen. So ist ein Nachrichtenstudio eigentlich nur eine dreidimensional gestaltete Computergrafik. Die Sprecher stehen bei der Aufnahme vor einer sogenannten „Green-Screen“. Auch blauer Hintergrund wird ersatzweise in der Blue-Box-Technik verwendet. Die Verwendung von Blau oder Grün ergibt sich einfach aus der Tatsache, dass diese Farben am menschlichen Körper am seltensten vorkommt. So hebt sie sich am besten von den Hauttönen ab. Mit einer Aussparungsmaske ist es möglich, den Körper „freizustellen“, hiermit wird der unsichtbare und der sichtbare Bereich der Aufnahme definiert. Diesen Vorgang nennt man „keying“ oder „matting“. Beim „Stanzen werden beide Bereiche kombiniert, statt der Blue- oder Green-Screen Filmmaterial oder Bilder, Computergrafiken eingesetzt. Die Idee des Green-Screen fand schon früh Einlass in die Filmwelt. 1933 wurde in dem Film „King Kong“ zum ersten Mal nachdrücklich mit einer Green-Screen gearbeitet. Der erste Kinofilm mit Green-Screenaufnahmen war Ben Hur. Die deutschen Filmemacher entdeckten die Blue-Screen in den sechziger Jahren, so wurde beispielsweise die Fernsehserie „Raumpatrouille“ in diesem Verfahren abgedreht. Auch das Fernsehen arbeitet gerne mit Blue- oder Green-Screen. Bekannt ist dies dem älteren Zuschauer durch die Dialoge in der Rateshow „Der große Preis“, die der Showmaster Wim Thoelke mit der von Loriot entworfenen Figur des Hundes Wum hält. Auch in der äußerst aufwendigen Produktion „Die Leute vom Domplatz“ wurde die Technik angewendet. Bei der Farge ob nun eine Blue- der eine Green-Screen die bessere Lösung sei, scheiden sich die Geister. Die Befürworter der Green-Screen sind zurecht der Ansicht, Grün als Hintergrundfarbe gebe einen helleren, freundlicheren, leuchtenden Farbton ab. Das liegt daran, dass bei der modernen Videoaufzeichnung der digitale Film sich aus jeweils einem rote, einem blauen und aber zwei grünen Pixel zusammensetzt. Somit sind also doppelt so viele Informationen zur Farbe Grün vorhanden.

Dreidimensional in die Zukunft

Das menschliche Gehirn vollbringt zur Umsetzung von optischen Signalen sehr komplexe Rechenvorgänge. Die digitale Filmbearbeitung kann hier ein kleines Stück weit mithalten. Räumliches Sehen beim Menschen wird dadurch bewirkt, dass das Sehzentrum die Bilder der Augen (Augenabstand) räumlich deutet. Außerdem erfasst unser Denken auch Hinweise auf die Perspektive. Das hat mit Entfernungen, Winkeln und Flächen, Farbgebung, Schattierungen, Farbabstufungen Überdeckungen die sich in dem betrachteten Raum befinden, zu tun. So schafft es das Gehirn auch aus gewöhnlichen zweidimensionalen Bildern, wie Fotografien oder Gemälden, eine Dreidimensionalität für den Betrachter zu erschaffen. Die Erschaffer von 3-D Szenarien versuchen nun das Gehirn auszutricksen. Sie nehmen dieselbe Einstellung mit zwei Kameras auf, deren Bilder, mit Ausnahme des horizontalen Versatzes identisch sind. Unser Gehirn deutet jede Differenz zwischen den beiden Bildern als räumliche Ausdehnung. Stimmt also etwas mit den beiden Bildern nicht, rechnet unser Gehirn ins Endlose. Das verursacht Kopfschmerzen und Unwohlsein. Bei der Betrachtung darf ferner dass jeweils nur ein Auge das richtige, das linke oder rechte Bild zu sehen bekommen. Dafür gibt es die, etwas altmodischen anaglyphen Sehhilfen, oder die modernen Brillen mit Polarisationstechnik, genannt Shutter-Brillen.

Alles im Netz

Und alle diese hervorragenden Produktionen von modernen Filmemachern sind schon seit langer Zeit im Internet zur Verfügung. Hier gibt es sogar Portale, auf denen sich der Nutzer die Filme vollkommen kostenlos herunterladen kann, z.B. hier: http://www.topusenet.de/usenet-downloads/filme/. Begonnen hat dieser Boom des Downloads von teilweise sehr aktuellen Movies mit dem Usenet Anfang der Neunziger Jahre. Damals wurde ein Skript entwickelt, dass es möglich machte auch binäre Daten zu codieren und zu entschlüsseln. Von nun bestand die Möglichkeit Videodateien, Audiodateien im Netz abzurufen und downzuloaden. Das Usenet selber ist wesentlich älter und entstand neben dem vorwiegend wissenschaftlich, vor allem aber militärisch genutzten Arpnet, aus dem später das World Wide Web wurde. Der Download im Internet betrifft grundsätzlich auch Urheberrechte. So ist eine der größten Plattformen für Filme, Youtube in einen größeren Rechtsstreit verwickelt, der die Bezahlung von Nutzungsrechten angeht. Deswegen sind eine Großzahl von Künstlern auf YouTube Deutschland nicht zu sehen, ganz anders in den europäischen Nachbarländern, die sich hier schon längst geeinigt haben.